Dies ist ein Aufruf zur Gewalt – gegen jene, die diese gewalttätige Welt wollen.

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Dies ist ein Aufruf an Euch, sich der vernünftigen Gewalt entgegenzustellen. Die Gewalt die verletzt, demütigt und tötet indem sie Boote versinken lässt, indem sie Medizin vorenthält, indem sie Wohnraum verknappt, indem sie in Nahrung vorenthält, indem sie mit Angst vor Not zu Arbeit zwingt, indem sie Pogrome plant.

Dies ist ein Aufruf zur unvernünftigen Gewalt. Die Befreiung aus dem gewaltvollen Verhältnis das wir ertragen müssen, werden wir nicht durch vernünftige Handlungen erreichen. Wir werden uns den Regeln der instrumentellen Vernunft nicht beugen, sondern sie brechen.

Wir leben in der Zeit der Krise.

Der Krieg in Syrien und die Menschenfeinde vom IS und Boko Haram treiben so viele Menschen wie lange nicht mehr in die Flucht, ebenso wie andernorts Hunger, zunehmende Dürren und Landvertreibung, ohne das es einen Ort gäbe, an dem sie herzlich aufgenommen würden und an dem sie mit der so dringend benötigten Hilfe rechnen könnten. Die Krise der Weltwirtschaft entlässt immer mehr und gerade junge Menschen in die ungewollte Arbeitslosigkeit, in der sie immer schlechter versorgt werden. Eine zunehmende Armut innerhalb Europas ist unbestreitbar. Daneben tritt in den europäischen Gesellschaften ein deutlicher Trend nach Rechts zutage – nie zuvor seit Ende des zweiten Weltkrieges gab es in Europa so einen massiven Zuspruch für rechte Parteien, die unter dem verschleiernden Begriff des Rechtspopulismus nach neuen internationalen Bündnissen suchen, während sie zugleich eine zutiefst rassistische, nationalistische und chauvinistische Politik vertreten.

Gleichzeitig rüsten die Staaten ihre Militär- und Überwachungsstrukturen auf. Auf der einen Seite kämpfen die Staaten gegen Aufständige und Flüchtlinge, die für ein erträgliches Leben eine kaputte Welt hinter sich lassen wollen. Diese kaputte Welt können wir hier als Wohlstand geniessen. Der Reichtum Europas und Deutschlands liegt in der gewaltförmigen Ausbeutung und Zerstörung des Lebens im globalen Süden. Auf der anderen Seite bescheren uns die großen Computer- und Internetkonzerne immer neue Möglichkeiten der Selbst- und verschleierten Fremdüberwachung, an deren Ende sich nun langsam nicht der Orwell’sche Überwachungsstaat abzeichnet, sondern eine smarte Welt der Selbstoptimierung, die nie etwas anderes sein wird, als die optimale, trickreich als freiwillig inszenierte Anpassung des Menschen an die kapitalistische Produktions- und Lebensweise. Darin enthalten: Der Zugriff des Staates auf all unsere Daten und privaten Geheimnisse.

Was auch immer uns die bürgerliche Propagandamaschine vorbeten mag, immer mit dem Blick auf die nervöse und anfällige Wirtschaft, deren Stabilität sich seit dem Platzen der Immobilienblase und der darauf folgenden Wirtschaftskrise sich nie wieder hergestellt hat: Nein, es geht nicht bergauf, im Gegenteil. Es geht bergab.

Während es einerseits jederzeit und überall möglich ist auf dem Bildschirm den Verfall der Welt, wie wir sie kennen, life zu beobachten, leben dieMenschen auf den Wohlstandsinseln weiter in ihrer strahlenden Konsum- und Vollzeitarbeitswelt. Der stumpfsinnige Wunsch, dass bürgerliche Glücksversprechen von sozialem Aufstieg durch Arbeit für alle in Westeuropa möge sich doch noch erfüllen, macht sie dabei ebenso blind, wie das verblendende und verblödende Angebot der kapitalistischen Märkte. Ist es auf der einen Seite die Schönheit der Idee des mittlerweile schon anachronistisch wirkenden Traums einer humanistischen Weltordnung, so ist es auf der anderen Seite die ewig erneuerte Warenpalette, die sich verhüllend vor das verfaulende Gerüst Europas stellt. Nichts ist der bürgerlichen Welt so zu eigen, wie die Lüge hinter ihrem Versprechen, und nichts dem Kapitalismus wie sein Schein. Trotz allem erstreckt sich die Wirkmächtigkeit dieser beiden Prinzipien dabei weit über die immer kleiner werdenden Kreise ihre Nutznießer_innen hinaus. Das Bild aus Glück und Glanz bannt selbst uns Ausgebeuteten und Unterdrückten so sehr, dass wir darüber unsere Möglichkeiten des Widerstandes vergessen, sie ablehnen, oder uns sogar mit der Macht des Staates gemein machen, um gegen aufkeimende soziale Kämpfe vorzugehen. Das vom Staat schon früh zerschlagene Rückgrat wird nicht mehr als Erinnerung an die Unfreiwilligkeit der Teilhabe erlebt, sondern als Normalzustand, mit dem die Unbarmherzigkeit gegen sich selbst die Unbarmherzigkeit gegen alle anderen rechtfertigt. Und so richtet sich der Widerstand, der überall stärker ist, als er sich in der rechtskonservativen Wohlstandsbastion Deutschland denken lässt, all zu häufig nicht gegen die Verhältnisse im Ganzen, sondern immer noch gegen die unfreiwillige Abnabelung vom westeuropäischen Festgelage mit dem Wunsch einer erneuten individuellen Teilhabe.

Gerade im Moment der Krise drängt die kapitalistisch-bürgerliche Gesellschaft die Menschen zur Maximierung der Konkurrenz. Allein schon durch die Androhung des Verlusts eines jämmerlichen Wohlstands verfallen wir Menschen in eine Verhaltensweise, als ob es schon ums Verhungern ginge. Staatliche Sozialleistungen, ob für Flüchtlinge oder Arbeitslose, werden bekämpft wie ein Diebstahl aus dem privaten Feiertagskühlschrank. Gerade aus jenen, die ihren Verlust erst noch befürchten, speist sich der Zulauf für neurechte Parteien in ganz Europa, und weniger aus den bereits abgehängten und als Bildungsverlierer stigmatisierten tatsächlich Armen. Deren Zahl steigt in allen Ländern Europas weiter und ihr Vertrauen in den Staat ist ohnehin längst verloren.

Die Bedrohung durch rechte und faschistische Parteien ist nicht spekulativ. Die Hoffnung, der Rechtsstaat fegt die Nationaltaumelnden im Zweifelsfall mit seinen fragwürdigen Methoden hinweg, ist unbegründet. Die zeigen die Ergebnisse der Europawahl und zum Beispiel die Entwicklungen in Frankreich. Der Front National ist weiterhin auf Erfolgskurs, ohne das sich in deutlicher Weise gesellschaftlicher Widerstand zeigt. Hier geht es nicht mehr um den Kampf um die Straße, bei dem alle paar Monate ein Naziaufmarsch ver- oder im mindestens behindert werden muss. Längst wird der Front National von so großen Teilen der Bevölkerung gewählt, dass diese sich nicht mehr blockieren lassen. Seine Inhalte und Positionen drücken nicht das Denken einer isolierten Kleinpartei aus, sondern versammeln beträchtliche Teile der Bevölkerung hinter sich.

Der Staat selbst schaut besorgt in alle Richtungen, egal ob es sich dabei um die Formierung sozialer Kämpfe, um die Entwicklung einer neurechten Bewegung, oder um das wachsende Heer inner- und außerstaatlicher Hungerbäuche handelt. Sein Interesse an Machterhalt ist allumfassend, und genau so richtet sich sein Wunsch nach Überwachung und Kontrolle auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Dabei ist die Absicherung des Kernwohlstandes seiner Funktions- und Leistungsträger sein zentrales Interesse. Nicht nur der faktische Umbau der europäischen Grenzen zu tatsächlichen Festungsmauern, sei es durch Sperrzäune und Gräben hier, oder durch quasi militärische Einsätze gegen Flüchtlingsboote dort, ist ein sicherer Beleg dafür, sondern ebenso der soziale Umbau städtischer Strukturen. Was durch den akademischen Diskurs als „Gentrifizierung“ beschönigt wird, ist nichts anderes als die Konzentration des Wohlstands im innerstädtischen Bereich bei einer gleichzeitigen Verdrängung von Armut in städtische Randbezirke. Nicht mehr die Flucht aufs Land ist ein Thema für die kapitalistischen Siegertypen; Vielmehr die Flucht zurück in die Stadt, zurück in den Schutzkreis staatlich-polizeilicher Kontrolle bestimmt ihre Umzugsbewegungen. Dass hierfür gerade jene Viertel interessant sind, die durch alternative und linke Strukturen zuvor befriedet und vorbereitet wurden, ist kaum noch mehr als eine Binsenweisheit.

Für den Erhalt seiner Kontrolle stehen dem Staat immer mehr Möglichkeiten der Überwachung zur Verfügung, die immer hemmungsloser eingesetzt werden. Dabei begrenzt nicht die tatsächliche Machbarkeit, sondern vielmehr technisches Know-how und Vorstellungskraft ihr tatsächliche Ausmaß. Überholt wird er dabei einzig und längst von Google, Facebook und co, deren Macher_innen sich gegenseitig in der Entwicklung smarter Überwachungsmöglichkeiten überbieten. Nie zuvor gelangte die Überwachungswut so nah an den Körper wie jetzt und nie zuvor waren die Menschen freiwillig so mitteilungswillig. Dabei findet die Datenweitergabe statt in einer Mischung aus Unwissenheit über ihre Weitergabe, sowie grund- und endlosem Vertrauen in diejenigen, die sie sammeln. Auch die diffuse Vorstellung darüber, dass allein angesichts der Masse eine individuelle Bedeutung der eigenen Datenweitergabe unmöglich sei, fördert die Bezugslosigkeit zum Verlust der Kontrolle über Privates. Zusätzlich wird weiterhin getrennt zwischen den kapitalistischen Interessen der Internet- und Medienkonzerne und den Verfolgungsinteressen des Staates. Dass diese Trennung nichts anderes als Irrglauben ist, zeigen zwar immer wieder neue Enthüllungen von Whistleblowern und Hackern, ohne jedoch ein Umdenken zur Folge zu haben. Das Eindringen vordergründig nützlicher Technologie, die im Kern jedoch nur ein weiterer Bestandteil in einem Überwachungsnetzwerk zwischen zahlreichen uns in absehbarer Zukunft zwangsweise umgebender Devices ist, führt in eine dystopische Zukunftsvorstellung vermeintlich freiwilliger Totalüberwachung.

In all diesen Entwicklungen drückt sich nicht nur die Wirtschaftskrise aus und sie wurden nicht von dieser verursacht, doch werden sie von dieser beschleunigt. Auch treten angesichts des Ansehens- und Einflussverlustes des Staates ihre Auswirkungen deutlicher hervor. Vor allem aber sind sie Ergebnisse langjähriger Entwicklungen. Der Unterschied zwischen Arm und Reich wächst nicht erst seit der Wirtschaftskrise, er wächst seit Jahren. Die Zerstörungen der gesellschaftlichen Strukturen im globalen Süden durch die westlichen Gesellschaften dauert seit Jahrhunderten an und haben ein Ausmaß erreicht, wie nie zuvor. Der Aufstieg der rechten Parteien ist das aktuelle Ergebnis jahrelanger Versuche an Einfluss zu gewinnen.

Jede dieser skizzierten Entwicklungen für sich hat in ihrer Weiterentwicklung eine düstere Aussicht. Tatsächlich ist zu erkennen, dass sie jedoch nicht isoliert voneinander stattfinden, sondern vielmehr eng miteinander verwoben sind, sich gegenseitig bedingen und verstärken.
Das, was kommt, ist nicht absehbar. Ein unruhiger Blick schweift zweifelnd über die Wolken am Horizont. So mancher wünscht sich, dass sie sich verziehen mögen, dass nicht das eintreten wird, was in allen Teilbereichskämpfen längst erwartet wird. Und in einem egoistischen Anflug wird von der Rückkehr stabilerer Verhältnisse geträumt, denn auch für die aktuellen Feinde des Staates ließ sich unter befriedeten Bedingungen leichter vermeintlich radikale Politik machen.

Aber nichts war gut und nichts wird gut. Die stabile Ordnung der eruopäischen Gesellschaften war stets nur für einen geringen Teil der Menschen ein Segen. Schon seit wir das „finstere Mittelalter“ hinter uns gelassen haben sterben die Millionen an ihren Rändern einen elendigen Tod. In den ausgebeuteten und kolonisierten Teilen der Welt sind Hunger, Krieg und Elend schon seit ihrer „Entdeckung“ nicht nur Themen in den abendlichen Nachrichten gewesen, sondern bitterste Lebensrealtität.

Wenn die bürgerliche Fassade Europas und Deutschlands bröckelt, wollen wir nicht der billige Kitt sein der versucht die Risse zu überkleben. Wir wollen nachtreten. Unser Ziel ist es, den Einsturz der Fassade zu beschleunigen, damit auch der letzte Mensch hier begreift: Die Gewalt in der Welt kommt nicht zu uns. Sie kommt von uns. Sie ist das entscheidende Element, mit dem unser Wohlstand hier erzeugt und abgesichert wird. Und wenn sich die Kämpfe in der Welt verschärfen und die Bedrohungen viel realer und näher wirken, als sie es lange taten, so wird nur deutlich, was ohnehin schon lange der Fall ist.
Die Fassade ist die Gewalt. Die heutigen Barbaren sind nicht nur diejenigen, die anderen offensichtliche Grausamkeiten antun, es sind vor allem auch die, die angesichts des zum Himmel schreienden Elends in der Welt an nichts anderes als Plasmafernseher, die Weihnachtsgans und einen guten Start ins neue Jahr denken können.

Unter diesen Bedingungen macht es für uns keinen Sinn von Gewaltverzicht zu reden. Und wir tun es auch nicht. Stattdessen rufen wir dazu auf, in der Silvesternacht den Hammer zu ergreifen und die Risse im europäisch-bürgerlichen Mauerwerk zu vergrößern. Nichts an dieser Fassade ist so robust, als das man es nicht einschlagen könnte. Ziele gibt es mehr als genug. Und am ersten Tag des kommenden Jahres 2015 wird zumindest hier die schöne heile Welt an ein paar Stellen nicht mehr ganz so schön und nicht mehr ganz so heil sein.

Wir haben uns für Leipzig fünfzig von hunderten Firmen, Ämtern und Menschen ausgesucht deren Aufgabe es ist den Reichtum der Welt ungerecht zu verteilen – wenn nötig mit Gewalt. Diese Gewalt wird jetzt zurückkommen.

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Neben diesen möglichen Zielen gibt es viele weitere, die wir angreifen werden. Wir werden nicht hinnehmen, dass Menschen im Angesicht der globalen Katastrophe und des Elends ihrer Brüder und Schwestern ihren Wohlstand in Form von Luxusautos präsentieren. Wir werden auch die Dauerbespaßung unseres Alltags in Form von Werbung und glänzenden Schaufenstern zerschlagen, mit der uns die stumpfe Konsumwelt des warenprodzierenden Patriarchatds ins Hamsterrad der ausbeuterischen Beschäftigung locken will.

In diesem Sinne: Sammle dich mit Deinen Genoss_innen und beteilige Dich am Angriff auf den deutschen Schein einer heilen und friedlichen Welt. Greife jene an, die das gute Leben versprechen, aber immer nur das gute Leben Weniger meinen; Jene, die zurück wollen zu Nationalismus und Rassismus und die Tore Europas noch schneller schließen wollen; Die Schergen des Staates, die nur seine Macht verteidigen und dabei selber Freude an der Macht verspüren; Und auch die, die sich innerhalb der Stadt an der Vertreibung und Ausgrenzung armer Bevölkerungsschichten beteiligen. Jeder Akt der Zerstörung ist ein kleiner Funken der Hoffnung in einer dunklen Nacht.